Technik Talk

Quasi-Trockenbearbeitung auf der Drehmaschine

Spannende Challenge

Wir erhielten die Gelegenheit, bei dem bekannten Werkzeugmaschinenhersteller TORNOS in Moutier die Leistung unserer innovativen Verbauchsschmierung unter Beweis zu stellen. In einem ersten Gespräch für die Vorbereitung zu dieser Herausforderung wurden wir gefragt, ob wir denn Einschränkungen bezüglich der Werkstoffe hätten. Hatten wir nicht! Wir erklärten, dass von Alu bis Titan alles möglich sei. Etwas erstaunt wollte unser Ansprechpartner im Anschluss wissen, ob es denn Präferenzen bezüglich des Werkstücks gebe. Wir erklärten, dass wir uns einfach eine möglichst schwere Anwendungsaufgabe wünschten, um die Systemleistung klar unter Beweis stellen zu können. Ein anspruchsvolles Werkstück war dann rasch gefunden, und wir durften uns einen halben Tag vor Ort über die Einzelheiten der Anwendung und die Vorgaben bezüglich der Werkzeuge informieren.

Anwendung:
Werkstoff: 1.4104
Bohrung: Ø 1.45 mit Tiefe 13 mm
Gewinde: M1.6 mit Tiefe 11 mm
Werkstückdurchmesser: Ø 2.35 / Ø 3.00 mm
Gesamtlänge Werkstück: 44.5 mm

Leistungsfähiges System

Zur Bewältigung der Aufgabe fiel die Wahl auf ein ECOLUBE 3-Düsensystem. An der Hauptspindel und an der Gegenspindel setzten wir jeweils eine äussere Schmierdüse ein. Die dritte Düse war für den Tieflochbohrer mit Werkzeuginnenschmierung vorgesehen.

Nachdem TORNOS sein Werkstück fertig eingerichtet und bereits erste Werkstücke mit Ölschwall als Referenz produziert hatte, durften wir mit unserem System an die Maschine.

Geht nicht? Gibt’s nicht!

Kaum hatten wir mit der Montage des UNILUBE Systems begonnen, kam ein älterer, wohl sehr erfahrener Mechaniker interessiert dazu. Als er hörte, dass wir dabei waren, ein MinimalSchmierSystem einzurichten, meinte er nur lapidar, die Minimalmengenschmierung funktioniere beim Drehen nicht. Bei Fräsanwendungen sei es zwar geeignet, aber beim Drehen entstünde zu viel Hitze, und da hätte ein MinimalSchmierSystem keine Chance. Damit zog er von dannen, schaute uns im weiteren Verlauf aber immer wieder einmal über die Schulter.

Herausforderung gemeistert

Ein Knackpunkt war das Tieflochbohren. Das Bohrwerkzeug von MIKRON TOOL hat dank speziell geformter Kühlkanäle einen rund viermal grösseren Kühlkanal-Querschnitt als dies bei klassischen Bohrwerkzeugen mit gleichem Durchmesser der Fall ist. So konnten doch stattliche 10 Nl/min des UNILUBE Luft-Öl-Gemischs gefördert werden. Dies machte das Tieflochbohren zum Kinderspiel.

Alter Hase – sprachlos

Angesichts des fertigen, qualitativ exzellenten Werkstücks verstummte der Décolleteur dann vollends und ließ keinerlei Zweifel oder Kritik mehr verlauten. Wir nehmen dies als Kompliment und gleichzeitig als Beweis dafür, dass sich die bewährte Quasi-Trockenbearbeitung von UNILUBE eben doch um Welten von der klassischen Mindermengenschmierung unterscheidet.

Autor: info@unilube.ch